Städtebauliche Entwurfswerkstatt im Kleinen Kursaal "Obere Strandpromenade West" Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Samstag; 25. Januar 2003, 10.00 Uhr Öffentliche Einführung in die Aufgabe und in das Verfahren. Gemeinsame Ortsbegehung Montag, 27. Januar 2003, 20.30 Uhr Öffentliche Zwischenpräsentation der Entwürfe/Diskussion Mittwoch, 29. Januar 2003, 20.30 Uhr Öffentliche Abschlusspräsentation/Diskussion + Bewertung der Entwürfe durch die BürgerInnen Donnerstag, 30. Januar 2003, 20.30 Uhr Öffentliche Bekanntgabe der Ergebnisse/Empfehlungen Informationen: Werkstattbüro im "Trauzimmer" - Bürgertelefon: 0 44 69/99-170 Erläuterung zum Projekt: Angesichts der äußerst angespannten Situation der öffentlichen Haushalte mit ihren leeren Kassen und wachsenden Defiziten müssen verstärkt innovative Planungsansätze mit Modellcharakter auf der Basis von Public-Private-Partner-ship erprobt werden. Es muss der Gefahr entgegengewirkt werden, dass unter dem Diktat von Mittelkürzungen oder gar Totalstreichung auch Wettbewerbe auf der "Strecke" bleiben, die dem Ziel dienen, Qualität in Städtebau und Architektur zu erhöhen. Wettbewerbe sind unverzichtbar, wenn in unseren Städten und Gemeinden "Baukultur" gesichert werden soll. Mit dem Unmut über den Zustand der öffentlichen Haushalte ist auch ein wachsendes Unbehagen der Bürger über für sie nicht nachvollziehbare Planungsprozesse feststellbar. Ziel des hier geplanten und zu dokumentierenden Verfahrens soll es daher sein, die Entwurfswerkstatt auch zu einem wichtigen Medium der Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Die Bürger werden nicht erst mit fertigen Konzepten konfrontiert, sondern können aktiv an der Entwicklung von Lösungsansätzen mitwirken (Patenschafts-Konzept Wangerooge). Innovative Planungsansätze mit dem Anspruch auf Nachhaltigkeit müssen viel stärker als bisher geeignet sein, zukunftsorientierte Lösungen für den Bestand zu ermöglichen: hier bestehen oftmals unüberschaubare Planungsprobleme, die erschwerend mit einer Vielzahl von Projekt-beteiligten und divergierenden Interessen beladen sind. Ziel der Entwurfswerkstatt Wangerooge ist die Erarbeitung von Lösungen zum Umgang mitdem vielfältigen Bestand an Kur- und sonstigen Einrichtungen, darunter auch Personalappartements für Bedienstete der Gemeinde. In diesem Kontext sollen aber auch Realisierungsmöglichkeiten von (Sonder-)Wohnformen zur ganzjährigen Nutzung auf der bisher vom saisonalen Tourismus geprägten Insel untersucht werden. Innovative Planungsverfahren für den kommunalen Bereich erfordern eine engere Verknüpfung von Forschung und Lehre an den Universtiäten / Hochschulen mit den Anforderungen der Planungspraxis vor Ort. Ziel der Entwurfswerkstatt Wangerooge ist es, Studierende und Hochschullehrer des Fachbereichs Städtebauliches Entwerfen der Universität der Künste Berlin mit einem projektbegleitenden Gremium von ausgewiesenen Fachleuten aus Politik und öffentlicher Verwaltung, privater Finanz- und Wohnungswirtschaft, freien und beamteten Planern sowie aus der Tourismusbranche zur Bearbeitung eines komplexen Planungsproblems zusammenzuführen. Parallel zur Entwurfsarbeit und vor allem in ständiger Wechselwirkung damit kann die offene Diskussion zu einer grundsätzlichen Klärung der Aufgabe führen. Die zum Abschluss des Verfahrens an die Gemeinde zu gebenden Empfehlungen für das weitere Vorgehen geraten so auch nicht in Gefahr zum abgehobenen Expertenspruch zu werden, sondern sind fest im Entwurfsprozeß der Werkstatt verwurzelt. Zum Erfolg einer Entwurfswerkstatt gehört neben einer sorgfältigen Vorbereitung und Organi- sation sowie einer erfahrenen Moderation die nachbereitende Dokumentation des Planungs-prozesses. Da das Instrument der städtebaulichen Entwurfswerkstatt mit projektbegleitendem Gremium von Fachleuten aus unterschiedlichen Disziplinen noch wenig erprobt ist, liegen bisher kaum anwendungsbezogene Erfahrungen vor. Mit der Projekt-Dokumentation über die Entwurfswerkstatt Wangerooge kann daher über den konkreten Planungsfall hinaus ein wichtiger Baustein zur Aufarbeitung dieses Defizits geliefert und somit Möglichkeiten einer breiteren Anwendung derartiger Planungsverfahren aufgezeigt werden. Auch das ist ein Beitrag zur Planungs- und Baukultur. Förderungswürdigkeit des Projektes: Ziele und Verfahren Die besondere Förderungswürdigkeit des Projektes wird in den Zielen und Vorgehensweisen des Vorhabens gesehen:
  • Initiativen im Siedlungs- und Wohnungsbestand:
  • Städtebauliche Erneuerung und Entwicklung des Gebietes südlich der oberen Strandpromenade West,
  • Konzepte zum weiteren Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz, Modernisierung versus Abriss,
  • Perspektiven und Visionen für die Insel als Lebensraum und touristisch nachhaltige Nutzung. Prüfung der Realisierungsmöglichkeiten von Sonder-Wohnformen zur ganzjährigen Nutzung:
  • Selbst initiiertes gemeinschaftliches Wohnen im Alter,
  • Service-Wohnen für ältere Menschen,
  • Wohnungen für Gemeindebedienstete als Ersatz für evtl. abgängigen Bestand. Erprobung des bisher verbreitet noch unüblichen Verfahrens einer Entwurfswerkstatt zur Erarbeitung der städtebaulichen Konzeption für das Gebiet südlich der Oberen Strandpromenade West als Grundlage für die Bauleitplanung und zur Vorbereitung hochbaulicher Lösungen. Verfahrensbeteiligte:
  • Studierende (ca. 20 Personen) der Universität der Künste Berlin, Fachbereich Städtebauliches Entwerfen, sowie Assistenten/Tutoren unter Leitung von Professor Alfred Grazioli,
  • Mitglieder des projektbegleitenden Gremiums aus Politik und Verwaltung der Gemeinde Wangerooge, aus privater Finanz- und Wohnungswirtschaft, Tourismuswirtschaft sowie aus Architektur und Städtebau (s.S.6),
  • Intensive Einbeziehung interessanter Bürger und Bürgerinnen als Werkstatt-Besucher: der für Außenstehende "sterile Planungs- und Entwurfsprozess" soll mitgestaltbar und nachvollziehbar werden.