Verschwundenes Salz

Wo du heute die Dünen siehst und Spazierwege zum Meer führen, entstand einst das „weiße Gold“ der Insel. Die Saline zeugt von einer Zeit, in der Wind, Sonne und Wasser gemeinsam gearbeitet haben, um Salz zu gewinnen. Doch wie hat die Natur diesen Ort verändert und warum ist die Saline heute nicht mehr an dieser Stelle?

Ein Insulaner erzählt:
„Wenn du hier an diesem Strandübergang stehst, siehst du Dünen, Wege, Wind und Meer. Kaum zu glauben, dass diese Landschaft vor gar nicht allzu langer Zeit komplett anders ausgesehen hat.
Der Name „Saline“ erinnert an eine Zeit, in der Salz für die Menschen auf Wangerooge enorm wichtig war. Lange bevor es moderne Transportwege oder Kühltechnik gab, war Salz zum Konservieren von Lebensmitteln und für den Alltag auf der Insel unverzichtbar. Früher wurde hier Meerwasser in flachen Becken gesammelt. Durch die Sonneneinstrahlung verdunstete das Wasser, und zurück blieb das Salz. Man nannte es nicht umsonst das „weiße Gold“.
Spannend ist auch, dass die Saline heute gar nicht mehr dort liegt, wo sie ursprünglich einmal war. Wangerooge ist bekanntlich eine wandernde Insel. Das alte Dorf Wangerooge lag früher wesentlich weiter westlich, rund um den Westturm. Mit der Zeit verlagerten sich die Häuser, die Wege und auch die Saline. Geblieben ist der Flurname dieses geschichtsträchtigen Ortes. Er erinnert an die Menschen, die hier lebten und arbeiteten, und daran, wie eng das Inselleben mit den Kräften der Natur verbunden ist.
Für mich zeigt dieser Ort, dass sich Wangerooge ständig wandelt und trotzdem seine Geschichte bewahrt.“

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