Zwischen Ebbe & Flut

Wo Wangerooge langsam ins Meer übergeht, erzählen Wind und Wasser vom Schiffsverkehr. Der Blick schweift über weite Flächen, und wer genau hinschaut, entdeckt Spuren der Inselgeschichte. Doch welche Rolle spielte dieser Ort einst für Schiffreisende?

Ein Schiffsjunge erzählt:
„Hier fühlt sich die Perspektive auf die Insel noch viel weiter an. Genießt den 360°- Rundumblick von der Aussichtsplattform. Strand, Dünen, Wattenmeer und das große Salzwiesengebiet der Ostaußengroden. Der gesamte Außengroden südlich des Weges steht unter Naturschutz und darf ganzjährig nicht betreten werden.
Die Plattform heißt übrigens Jever-Plattform, weil die Brauerei Jever sie im Jahr 2007 möglich gemacht hat. Seitdem ist sie ein beliebtes Ziel für eine Pause bei der Ostumrundung, für ein kleines Picknick mit der Familie oder einfach, um mal kurz durchzuatmen.
Schaut man Richtung Watt, sieht man mit etwas Glück Segelboote, die bei Ebbe trockenfallen und reglos auf dem Sandgrund liegen. Für einen Schiffsjungen ist das immer ein besonderer Anblick. Die Boote liegen still im Schlick und warten geduldig auf das nächste Hochwasser.
Und da drüben, wo noch Holzpfähle aus dem Meer ragen, nur ein kleines Stück entfernt, lag früher der Ostanleger von Wangerooge. Der war einmal richtig wichtig. Schon 1903 wurde er gebaut, als zweiter Anleger der Insel. Von hier aus ging es mit der Inselbahn direkt ins Dorf. Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte hier zunächst reger Betrieb. Doch mit der Zeit änderten sich die Bedingungen. Der Schiffsverkehr nahm ab, Ablagerungen erschwerten die Zufahrt, und der Ostanleger war immer schlechter zu erreichen. Ende der fünfziger Jahre wurde er schließlich aufgegeben. Heute erinnern nur mehr diese Holzpfähle daran, an denen manchmal Sportboote festmachen.“

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